Kommunikation über das Produkt

Horowitz Produktmanagement Prinzipien: #3 Kommunikation

Klare und schriftliche Kommunikation mit der Produktentwicklung

Schriftliche Kommunikation und das Produktanforderungs-Dokument sind für Horowitz die zentralen Pfeiler zur Orientierung und Abstimmung. Sein Ziel ist es durch das Produktanforderungs-Dokument eine abteilungsübergreifende Transparenz zu schaffen und die Aktivitäten präziser auf das gemeinsame Ziel auszurichten.

Geachteter Sparringspartner der Entwicklung

Guter Produktmanager

  • arbeitet nicht im Elfenbeinturm
  • wird durch die Entwicklung respektiert
  • wird durch die Entwicklung in schwierige Entscheidungen mit einbezogen

Schlechter Produktmanager

  • versteht seine Rolle nicht
Einheitliche und überzeugende Vision als verbindendes Element

Guter Produktmanager

  • stellt sicher, dass die Produktvision über die Abteilungen gleichmäßig verstanden und umgesetzt wird
  • legt eine klare Produktvision und Ziele fest und motiviert damit die Entwicklung die schwierigen Details mit Leben zu füllen
  • weiß, dass kein großartiges Produkt aus widersprüchlichen Interpretationen einer Produktvision entstehen kann
  • erwartet kein loses Stückwerk, sondern ein funktionsfähiges Produkt

Schlechter Produktmanager

  • lässt widersprüchliche Produktvisionen im Produktteam und den anderen Abteilungen zu
Meister der Kommunikation

Guter Produktmanager

  • erläutert die Produkteigenschaften und den Nutzen damit das Produkt und die Idee gut verstanden wird
  • spezifiziert das gesamte Produkt mit Abnahmekriterien und relevantem Kontext
  • weiß, dass Entwickler von Natur aus Ingenieure und Wissenschaftler sind und belastbare Daten einer subjektiven Meinung vorziehen
  • involviert alle relevanten Teams wie z.B. Qualitätssicherung
  • erläutert den Entwicklern warum ein Produkt auf eine bestimmte Art und Weise gebaut werden soll
  • sammelt möglichst viele Informationen aus der Entwicklung
  • fertigt seine Anweisungen für die Entwicklung schriftlich an, um Transparenz und Konsistenz im gesamten Produktteam zu schaffen
  • kommuniziert Veränderungen am Produktanforderungs- Dokument klar an das gesamte Produkt-Team

Schlechter Produktmanager

  • spart an der Kommunikation mit der Entwicklung
  • hat ein schlechtes Gefühl mit einem Produktaspekt aber lässt diesen unklar formuliert
  • verschiebt schwierige Entscheidungen an das Ende des Produktlebenszyklus
  • schreibt ein Produktanforderungs- Dokument und nimmt an, die Entwicklung versteht es ohne weitere Erläuterung
  • aktualisiert das Produktanforderungs- Dokument aber kommuniziert dies nicht und erläutert keine Gründe
Stabiler und flexibler Anforderungs- und Entwicklungsprozess

Guter Produktmanager

  • hat ein Gespür für schwierige Themen und beschreibt diese möglichst früh im Entwicklungsprozess
  • nimmt regelmäßig an Produktteam-Meetings teil
  • sieht den Produkt- Entwicklungsprozess als lebendig und veränderbar

Schlechter Produktmanager

  • legt den Schwerpunkt der Arbeit in Details, die beschreiben wie das Produkt funktioniert oder gestaltet sein soll
Herzstück eines guten Produktes: Das Produktanforderungs-Dokument

Guter Produktmanager

  • gründet seine Anforderungen auf Umfragen, Informationen und einen logisch nachvollziehbaren Denkprozess
  • definiert klar und eindeutig, was das Produkt leisten soll
  • dokumentiert alle wichtigen entwicklungsrelevanten Informationen
  • betrachtet das Produktanforderungs- Dokument als wichtigste Grundlage
  • verwendet das Produktanforderungs- Dokument als Mittel zur Ausrichtung aller Abteilungen
  • hält das Produktanforderungs- Dokument täglich aktuell (mindestens wöchentlich)

Schlechter Produktmanager

  • spezifiziert das „wie“ und nicht das „was“ eines Produktes
  • nimmt sich keine Zeit für die Aktualisierung des Produktanforderungs- Dokuments
  • verändert die Entwicklungsprioritäten auf Grundlage des neuesten Kundenfeedbacks oder einer aktuellen Vertriebschance
  • ignoriert Rückfragen aus der Entwicklung
Neue Technologien und Medien helfen dem Produktmanager

Produktvision, Produktanforderungs-Dokument (Spezifikation) und das priorisierende Produktbacklog sind auch heutzutage wichtige Hilfsmittel um alle Beteiligten auf das gemeinsame Ziel hin auszurichten.

Technologisch hat sich hat sich im Vergleich zu der Zeit in der Horowitz seinen Artikel „Good Product Manager, Bad Product Manager“ und seine Prinzipien verfasste viel getan. Vor 20 Jahren gab es noch keine Smartphones, Virtual Reality, Messenger Dienste und das Internet steckte noch in den Kinderschuhen.

Heute gibt es hervorragende Kollaborationssoftware für Teams wie Jira, Confluence und Aha!, die der Kommunikation und den Wissensaustausch in Unternehmen und Teams unterstützen und für den Produktmanager sehr hilfreich sind.

Sie ermöglichen Arbeit in verteilten Teams, agile Entwicklung und die Nutzung von virtuellen Arbeitsumgebungen um das Produktanforderungs- Dokument und die gesamte produktbezogene Kommunikation transparent zu gestalten.

Erkenntnisse:

Klare Dokumentation und Kommunikation mit allen beteiligten Abteilungen ist nach wie vor erfolgskritisch. Sie erfolgt heutzutage über neue Technologie und Medien.

#1 Produktmanagement ist für den gesamten Produkt-Kontext verantwortlich

Horowitz sieht den Produktmanager für das Produkt und den gesamten Produkt-Kontext verantwortlich. Diese Verantwortung erstreckt sich über alle Produktlebenszyklus-Phasen, Prozesse und Aktivitäten mit Produktbezug hinweg.

#2 Der Produktmanager muss alle erfolgskritischen Faktoren im Griff haben

Das geschickte Ausbalancieren und Ausrichten der erfolgskritischen Faktoren ist wichtig, um die Produktstrategie umzusetzen. Zu diesen Faktoren gehören insbesondere Unternehmensziele und Fähigkeiten, Nachfrage und Wettbewerb. Darüber hinaus hebt Horowitz den Umgang und die richtige Haltung des Produktmanagers zum Thema Wissen hervor.

#3 Klare und schriftliche Kommunikation mit der Produktentwicklung

Schriftliche Kommunikation und das Produktanforderungs-Dokument sind für Horowitz die zentralen Pfeiler zur Orientierung und Abstimmung. Sein Ziel ist es durch das Produktanforderungs-Dokument eine abteilungsübergreifende Transparenz zu schaffen und die Aktivitäten präziser auf das gemeinsame Ziel auszurichten.

#4 An klaren Nutzenversprechen, USP und Zielen orientieren

Ein Produkt ist ein Bündel von Eigenschaften, die Kundennutzen schaffen sollen. Jedes Produkt benötigt ein einzigartiges Nutzenversprechen und Alleinstellungsmerkmal (englisch= unique selling proposition, USP), dass es von seinen Wettbewerbsprodukten deutlich abgrenzt.

#5 Kunden- und Vertriebssituation

Für seinen Erfolg benötigt der Produktmanager sehr gute Antennen um die Situationen in seinem direkten Umfeld erkennen und bewerten zu können. Dies sind vor allem die Kundensituation und die Vertriebssituation

#6 Fähigkeiten

Um erfolgreich zu sein, muss der Produktmanager wichtige Fähigkeiten zur Organisation seiner Arbeit beherrschen und Kenntnisse aus angrenzenden Fachbereichen haben.